Nach 6 Wochen krank sein hatte ich die Nase gestrichen voll und ich wollte unbedingt wieder arbeiten gehen. Ich glaub jeder von uns hatte schon mal den geheimen Wunsch zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach blau zumachen und zu Hause zu bleiben. Ich zähle mich insgeheim auch dazu. Doch ich vergaß wenn man krank ist, dann geht's einem schlechter als wenn man auf Arbeit ist. Oh ja...
Zu Hause den ganzen Tag zu vergammeln ist absolut sinnlos und es gibt keinen vernünftigen Grund überhaupt aufzustehen. Da wird schon der Arztbesuch um 10 Uhr eine Belastung. "So früh aufstehen!"
Ich habe mich durch alle dämlichen und noch dümmern Vormittagsprogramme gezappt. Wie wärs mit "Mitten im Leben" , "Richterin Barbara Salesch" oder "Frauentausch"? Alles nichts für mich!
Ok dann an den Computer... doch irgendwann wird selbst das Internet zu langweilig und man kennt keine interessanten Seiten mehr. Ok dann les ich halt mal wieder ein paar Seiten in meinem Buch weiter und was mach ich dann? Irgendwann werden auch die tollsten Zeitvertreiber eintönig und öde. Man will etwas Sinnvolles machen, dem Leben wieder mehr Inhalt geben...
Also bin ich so schnell es nur ging und zu verantworten war wieder auf Arbeit gegangen. Ich habe das Glück als Systemadministratorin meine Arbeit zu 80% am PC erledigen zu können. Die restlichen Arbeiten übernimmt momentan noch mein Kollege, da ich keine Gegenstände transportieren, nicht knien und nichts heben kann. Das seltsame Gefühl wenn man nach so langer Zeit wieder arbeiten kann ist einfach toll. Es ermutigt zu Höchstleistungen. Ja die Arbeit macht mir seitdem wieder viel mehr Spaß weil ich es jetzt erst schätze und weiß was mir gefehlt hat, ein Grund morgens aufzustehen und das Gefühl etwas vollbracht zu haben. Ja ich kann trotz Gehbehinderung anderen helfen und sehr nützlich sein.
Die Arbeit hilft enorm das Handicap zu vergessen und fördert die psychische Heilung. Man war ich zuvor vielleicht deprimiert.
März 2010| Während unserer Mittagspause

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